#stayathome DIY-Idee mit Kindern - Bienenhotel selber bauen

Wildbienen haben eine immens wichtige Funktion in unserer Natur, finden aber leider immer weniger Brutmöglichkeiten. In der Nähe des Menschen leben vor allem Mauerbienen. Die je nach Art sehr flauschigen und friedliebenden Insekten sind neben Krokus und Co. die Frühlingsboten schlechthin. Was die Ansprüche an ihre Brutnester angeht, sind Mauerbienen recht genügsam und nutzen zum Teil sogar Türschlösser oder Bohrlöcher in Balkonkästen. Leider liegt das aber auch mit daran, dass sie sonst zu wenig Brutoptionen finden – und da kommt ihr ins Spiel, denn Mauerbienen kann man super mit Nisthilfen unterstützen. Vom Charakter her sind Mauerbienen eher wie Hummeln und eignen sich aufgrund ihrer friedlichen Art auch prima als Beobachtungsprojekt für Kinder. 

Der Brutzyklus von Wildbienen

Um die richtigen Nisthilfen bereitzustellen, ist es hilfreich, den Brutzyklus ein wenig zu verstehen. Im Gegensatz zu anderen Bienenarten oder Wespen sind die Mauerbienen eher Einzelgänger und leben nicht in Gruppen, sondern solitär. Die Weibchen suchen sich im Frühjahr alleine passende Plätze und legen dort ihre Nisthöhlen mit einem Pollenvorrat an. Diesen braucht der Nachwuchs, der sich in den Höhlen bis in den Spätsommer zu erwachsenen Bienen entwickelt und bis zum darauffolgenden Frühjahr in den Höhlen verharrt. Dann wird die Höhle, welche im Jahr zuvor von den Weibchen mit zerkauten Pflanzenteilen, Lehm, Sand etc. verschlossen wurde, mit den kräftigen Kiefern aufgeknabbert.

Es schlüpfen zuerst die Männchen. Nach der Begattung der Weibchen beginnen diese sofort mit dem Nestbau. Mauerbienen leben nur etwa 4 bis 6 Wochen. Bis dahin muss der Nachwuchs in den Nisthöhlen versorgt sein und der Zyklus beginnt von vorn.

Nisthilfen aus dem Baumarkt – die meisten sind ungeeignet

Im Handel bekommt man Bienenhäuser förmlich hinterhergeworfen für kleines Geld, allerdings sind die meisten davon mehr als ungeeignet. Deswegen möchten wir dieses wichtige Thema hier auch noch kurz aufgreifen.

NICHT geeignet sind:

  • Acrylglasröhren: Das Material ist undurchlässig für Wasserdampf, Schimmel und Pilze sind quasi vorprogrammiert. Auch erhitzen sich die Röhren extrem bei Sonneneinstrahlung und der Nachwuchs verendet. 
  • Weich- und Nadelhölzer: Beide sind ungeeignet. Weichhölzer neigen zur Zerfaserung - sowohl an den Eingängen als auch in den Gängen, da sich durch Feuchtigkeit die Holzfasern aufstellen. Dies wird Bienen oft zum Verhängnis, denn abstehende Fasern verletzen die Flügel der Bienen und streifen die gesammelten Pollen ab. So verendet die Biene elendig bzw. wird der Nachwuchs nicht genügend versorgt. Nadelhölzer wiederum neigen zum Harzen und verkleben so die Flügel. 
  • Holzscheiben und Co: Oft werden einfach Löcher in in die Stirnseite recht frisch geschlagener Baumscheiben gebohrt. Ist das Holz noch zu feucht, entstehen Risse, wenn es trocknet und Feuchtigkeit und Parasiten können eindringen. Auch stellen sich wie oben erklärt die Fasern auf.
  • Ziegelsteine: Die sind aus keinem nachvollziehbaren Grund Bestandteil vieler Bienenhotels und Anleitungen. Allerdings sind die Löcher viel zu groß und für Wildbienen ungeeignet. 
  • Schneckenhäuser & Zapfen: Auch hier wird niemand einziehen. Derartige Dinge in Insektenhäusern bleiben in der Regel ungenutzt. 
  • Bambusstängel und Co: Sie sind an sich geeignet werden aber leider in den meisten Fällen durchgängig offen und mit unsauberen Bohrungen angeboten. Ersteres nutzen Wildbienen nicht, letzteres ist (wie auch beim Weichholz) sehr gefährlich für Bienen und sollte deshalb nicht angeboten werden.

DIY-Projekt: Dosen-Bienenhaus

Ein nicht nur sehr nützliches, sondern auch einfaches Bastelprojekt, welches ihr mit euren Kindern machen könnt, sind Bienenhäuser aus Konservendosen. Was ihr dazu braucht: 

  • ggf. Gips, Moltofill, Lehm, um die Röhren zu fixieren
  • Draht für die Aufhängung


Eine Anleitung als solche ist vermutlich eher überflüssig, da die Röhren nur in die Dose gesteckt werden. Bei uns war eine zusätzliche Fixierung gar nicht notwendig, weil weil wir einfach so viele in die Dose gesteckt haben, dass sie nur noch mit Kraft wieder entnehmbar sind. Funktioniert das bei euch nicht, ist es ratsam, die Dose mit einer dünnen Schicht Gips, Moltofill oder Lehm am Boden auszugießen und die Röhren dort einzudrücken. Wenn das ganze durchgetrocknet ist, sind sie dann auch fixiert.

Es spricht natürlich auch nichts dagegen, die Dose noch optisch aufzuhübschen durch einen Stoffbezug oder wetterfeste Farbe.

Standort/Anbringung des DIY-Hotels

Auch wenn die Pappröhrchen imprägniert sind, sollten sie nicht zu viel Feuchtigkeit ausgesetzt sein. Daher sollte das Minihotel unbedingt so angebracht werden, dass es vor Regen geschützt ist. Das finden übrigens auch die Bienen wesentlich attraktiver.

Der Platz sollte möglichst gut Sonne abbekommen (Ausrichtung Südosten bis Südwesten ist optimal). Wobei wir dazusagen müssen, dass ein Teil unserer Bienenhäuser auch auf einem Nordbalkon sehr gut genutzt wird. 

Die Nisthilfe sollte so angebracht werden, dass sie nicht schwingt, aber auch nicht „zugebaut“ ist. Sie sollte frei anfliegbar sein.

Wenn es bei euch Spechte und Co gibt, ist es sinnvoll, die Nisthilfe mit einem Schutzgitter zu versehen, da sonst die Gefahr besteht, dass eure Bienen zu Vogelfutter werden und das Haus zerstört ist. Die Maschenweite sollte ca. 2 cm betragen, da kleinere Vögel sonst einfach den Kopf hindurchstecken und sich im schlechtesten Fall dabei auch noch strangulieren. Der Abstand des Gitters von den Röhren sollte etwa 5 cm betragen.

Weitere tolle Infos zu dem Thema, optionale Füllungen und mehr Anleitungen für Bienenhotels findet ihr auf der Seite: https://www.naturgartenfreude.de/wildbienen/nisthilfen/

 

Wir wünschen euch viel Freude beim Basteln und Beobachten,

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  • Tolle Idee

    Hab schon lange nach einer Alternative gesucht und jetzt gefunden! Vielen Dank dafür