Was ist Fermentierung?
- Milchsäure
- Alkohol
- Kohlendioxid
- Aromastoffe
- Enzyme
Dieser Prozess sorgt dafür, dass Lebensmittel:
- länger haltbar werden
- besser verdaulich sind
- mehr Geschmack entwickeln
- probiotische Eigenschaften erhalten
Bekannte fermentierte Lebensmittel sind:
- Sauerkraut
- Kimchi
- Joghurt
- Kefir
- Sauerteigbrot
- Kombucha
Wie funktioniert Fermentation?
Die Fermentation läuft dabei sehr einfach ab und benötigt meist nicht einmal viel zutun. Sie basiert auf mikrobiellen Stoffwechselprozessen.
Lebensmittel werden dabei in ein Glas gefüllt und mit Flüssigkeit und Mikroben versetzt. Zum Rand des Glases lässt man ausreichend abstand. Die Lebensmittel werden mittels Glasgewichte in die Flüssigkeit gedrückt, so das alles unter Wasser ist. Wenn Lebensmittel nicht vollständig bedeckt sind, können diese schlecht werden.
Für die Fermentation haben sich Drahtbügelgläser oder auch Twist-Off-Gläser etabliert. Diese bieten ausreichend Platz und einen sicheren Verschluss.
Der Ablauf der Fermentation:
1. Mikroorganismen müssen vorhanden sein. Sind diese nicht natürlich vorhanden, müssen Mikroben zugesetzt werden. Diese starten den Prozess der Fermentation auf natürliche Art und Weise.
2. Der in den Lebensmitteln enthaltene Zucker wird durch die Bakterien abgebaut. Bakterien und Hefen nutzen diesen als Energiequelle und entziehen den Lebensmitteln den Zucker.
3. Wenn die Bakterien anfangen mit arbeiten, startet der Umwandlungsprozess in neue Stoffe. Dabei entstehen je nach Lebensmittel z.B.:
- Milchsäure
- Alkohol
- Kohlensäure
4. Durch diesen Umwandlungsprozess sinkt der pH-Wert im Glas. Die entstehende Säure schützt die Lebensmittel vor schädlichen Keimen und sorgt dafür das sich die Haltbarkeit erhöht. Das Ergebnis aus diesem Fermentationsprozess ist ein haltbares, aromatisches und oft probiotisches Lebensmittel. Die Dauer der Fermentierung und der Umwandlungsprozesse hängt dabei stark von den jeweiligen Lebensmitteln ab und variiert von 12h bis mehrere Wochen. Darauf gehen wir weiter unten noch einmal ein.
Warum ist Fermentierung gesund?
Fermentierte Lebensmittel gibt es schon seit Jahrzehnten. Durch die Bakterien und den Umwandlungsprozess sind diese Lebensmittel nicht steril. Dadurch enthalten fermentierte Lebensmittel Probiotika, also lebende Mikroorganismen, die nachweislich unsere Darmflora unterstützen können.
Mögliche Vorteile:
- Unterstützung der Darmgesundheit
- bessere Verdauung
- erhöhte Nährstoffverfügbarkeit
- Stärkung des Immunsystems
- Abbau von Antinährstoffen
Studien zeigen jedoch auch, dass eine gesunde Darmflora mit vielen verschiedenen Aspekten der Gesundheit zusammenhängt, darunter:
- Immunsystem
- Stoffwechsel
- mentale Gesundheit
- Joghurt
- Kefir
- Buttermilch
Gemüsesorten für Fermentation
- Kohl
- Karotten
- Gurken
- Rote Bete
- Rettich
- Zwiebeln
Getränke die fermentiert werden
- Kombucha
- Wasserkefir
- Bier
- Wein
Hülsenfrüchte und Getreide fermentieren
- Miso
- Tempeh
- Natto
- Sauerteig
- fermentierte Porridges
Benötigtes Zubehör für fermentiertes Gemüse:
Du brauchst:
- 1 kg Gemüse
- 20 g Salz
- Glas mit Deckel
- Wasser
Schritt-für-Schritt Anleitung - Grundrezept zum Gemüse fermentieren
- Gemüse in die gewünschte Größe schneiden oder raspeln
- Das geschnittene Gemüse mit dem Salz mischen und alles kräftig Kneten / Stampfen
- Das Gemisch ins Glas drücken bzw. hineingeben
- Flüssigkeit hinzufügen (muss Gemüse vollständig bedecken ggf. Gewichte verwenden)
- 3–10 Tage bei Raumtemperatur fermentieren (Glas darf dabei nicht luftdicht verschlossen sein, Deckel auflegen, damit kein Dreck und Staub reinkommt, aber nicht verschließen) , danach im Kühlschrank lagern und bei Bedarf verzehren
Wie lange dauert Fermentierung?
Wie lange die Fermentierung benötigt, hängt vom Lebensmittel und der Menge im Glas ab.
Typische Fermentationszeiten:
- Sauerkraut 1–4 Wochen
- Kimchi 3–14 Tage
- Joghurt 8–12 Stunden
- Kombucha 7–14 Tage
- Sauerteig 24–72 Stunden
Je länger die Fermentation dauert, desto intensiver wird der Geschmack. Durch den Niedrigen pH-Wert sind die Lebensmittel länger haltbar, da Keime dieses Milieu oft meiden.
Welche Mikroorganismen sind bei der Fermentierung beteiligt?
Die wichtigsten Gruppen der Mikroorganismen, welche an der Fermentation beteiligt sind, sind:
- Milchsäurebakterien z.B. Lactobacillus Leuconostoc
- Hefen
- Schimmelpilze
Unterschied: Fermentierung vs. Gärung
Oft werden beide Begriffe als synonym füreinander verwendet. Jedoch gibt es bei beiden unterschieden.
Streng genommen: Gärung → Teilbereich der Fermentation (meist alkoholisch)
Fermentation → Überbegriff für alle mikrobiellen Umwandlungsprozesse.
Häufige Fehler beim Fermentieren
Typische Anfängerfehler:
- zu wenig Salz
- Gemüse nicht vollständig bedeckt
- unreine Gefäße
- zu hohe Temperaturen
- Sauerstoffkontakt
Wenn Schimmel entsteht, sollte das Ferment nicht mehr gegessen werden.
Welches Zubehör benötigt man beim Fermentieren?
Fermentieren benötigt nicht sonderlich viel Zubehör. Wichtig sind das luftdicht verschließende Gläser vorhanden sind und bestenfalls noch Fermentiergewichte.
Optional gibt es noch verschiedene Reiben, Stampfer und Multischneider, die dir das schneiden in unterschiedlichen Größen vereinfachen. So kannst du leichter und schneller verschiedenes Gemüse für das Fermentieren vorbereiten.
Um das fertig fermentierte Produkt länger lagern zu können, wird dieses in einem Glas sicher verschlossen und pasteurisiert. Dies erfolgt jedoch erst nachdem die Fermentation abgeschlossen ist.