Lebensmittelmotten loswerden

Inhalt

  1. Es flattert und krabbelt
  2. Wie erkenne ich Befall?
  3. Bekämpfungsmaßnahmen gegen Lebensmittelmotten
  4. Vorbeugen und Nachkontrolle

 

Es flattert und krabbelt

Früher oder später tauchen sie in jeder Küche mal auf: Lebensmittelmotten. Und sie können zur echten Plage werden, wenn man nicht handelt. Am häufigsten sind wohl Dörrobstmotten. Diese erkennt man an den braunen Flügeln, die vorne hell- und im hinteren Bereich rostbraun sind. Etwas weniger verbreitet ist die Mehlmotte. Sie sieht vom Körperbau ähnlich aus, ist jedoch größer und besitzt eine graue Farbe. 

Eingeschleppt werden die Motten sehr oft durch Tierfutter oder Lebensmittel, die schon befallen sind. Sie sind also kein Zeichen mangelnder Hygiene. Motteneier sind weniger als einen halben Millimeter groß und bleiben daher trotz regelmäßiger Hygienekontrollen in der Lebensmittelherstellung oft unentdeckt. Besonders gerne mögen Lebensmittelmotten trockene Sachen wie Mehl/Getreide, Reis, Müsli oder Trockenobst. Leider können sie sich durch die kleinste Öffnung quetschen und im Larvenstadium auch Verpackungen durchlöchern. Auch pflanzen sie sich leider sehr schnell und mit vielen Eiern fort. Entdeckt man also Lebensmittelmotten in seiner Küche, muss man sehr schnell handeln, um sie einzudämmen. 

 

Wie erkenne ich Befall?

Wenn eine Motte an einem vorbeiflattert, ist es insofern schon zu spät, als dass das Larvenstadium schon hinter dem Tier liegt. Im Larvenstadium ist die Motte als kleine weiße Raupe unterwegs, die gerne auch mal an Wänden rumkriecht. Auch an Gespinstverklebungen erkennt man einen Befall. Da die Tiere einen regen Stoffwechsel haben, sollte man befallene Lebensmittel entsorgen. 

Eine einzelne Motte ist an sich noch kein Grund zur Sorge. Diese kann auch durch’s Fenster hereingekommen sein und erwachsene Falter benötigen keine Nahrung mehr. Ist man sich jedoch nicht sicher, ob es nur eine verirrte Motte war, kann man auch Pheromon-Klebefallen in der Wohnung auslegen. Mit diesen kann man zwar nur Lebensmittelmotten im erwachsenen Stadium ermitteln, jedoch sind sie ein Indikator für einen Befall: Sie locken durch die Pheromone paarungsbereite Männchen an, die daran klebenbleiben und somit auch aus der Fortpflanzungskette beseitigt werden. 

 

Bekämpfungsmaßnahmen gegen Lebensmittelmotten

Bei Schädlingen wird oft zu Bioziden gegriffen, allerdings würden wir davon in der Küche abraten. Es ist in der Regel auch nicht notwendig, wenn man einige andere Maßnahmen ergreift. 

Besagte Pheromonklebefallen können helfen, paarungsbereite Männchen aus der Fortpflanzungskette zu beseitigen. Das ist jedoch eher Schritt 2 und nicht als alleine Maßnahme geeignet. Zunächst sollte man am Vorratsschrank ansetzen. 

 

Vorräte checken & ausmisten

Dieser Schritt ist leider recht aufwändig, aber zwingend notwendig: Alle Lebensmittel, in denen sich möglicherweise Lebensmittelmotten in frühen Stadien befinden können, müssen kontrolliert werden. Untersucht werden sollte auf Larven (kleine weise Raupen), Eier und klebrige Gespinstfäden. 

Befallene Lebensmittel sollten entsorgt werden und das am besten direkt draußen in der Mülltonne, damit die Raupen und Motten nicht aus dem Müll in der Wohnung entwischen. 

Nicht befallene Vorräte sollten in feste, luftdichte Behälter umgefüllt werden. Hier bieten sich Drahtbügel-, Schraub- oder Weckgläser gut an, die luftdicht verschlossen werden können. So können Motten weder rein, noch heraus, wenn sich im Lebensmittel doch schon Lebensmittelmotten im Anfangstadium befunden haben. 

Beutel und Tüten sind eher nicht geeignet, da sie den Raupen nicht wirklich standhalten. 

Die ganze Prozedur sollte außerdem noch einige Male wiederholt werden, da Mottenbefall im Anfangsstadium schwer zu erkennen ist, und man ggf. befallene Lebensmittel übersieht. 

Besonders gründlich sollten kontrolliert werden:

  • Trockenobst
  • Hülsenfrüchte
  • Getreide & Mehle 
  • Backwaren
  • Tees & Gewürze
  • Samen & Nüsse
  • Tierfutter

 

Intensive Reinigung

Sind die Vorräte sicher verstaut, steht eine Reinigung der Küche an. Diese sollte wirklich intensiv sein, denn wie oben schon geschrieben, sind die Motten nicht nur in den Lebensmitteln unterwegs, sondern nutzen auch Ritzen, Spalten und sogar Bohrlöcher als Unterschlupf. Gründliches Durchsaugen und Wischen mit Essig- oder Neutralreiniger ist also nötig. 

Der Staubsaugerbeutel sollte nach dem Reinigen ebenfalls umgehend in die Tonne vor dem Haus, damit nichts in der Wohnung schlüpft.

 

Schlupfwespen als natürlicher Feind

Es mag erstmal merkwürdig anmuten, Insekten in der Küche zu bekämpfen, in dem man noch mehr Insekten in die Küche holt - tatsächlich sind Schlupfwespen aber eine echte Geheimwaffe gegen Motten. Sie kommen einem vor allem dort zugute, wo man mit Putzen nicht unbedingt hinkommt: In Ritzen und Spalten. Denn die minikleinen Insekten kommen in jeden Winkel. 

Schlupfwespen sind mit ihren 0,3 bis 0,4 mm mit bloßem Auge kaum zu erkennen und können sehr gezielt angewendet werden. Sie können weder fliegen noch stechen, aber parasitieren die Motteneier und sorgen dafür, dass keine neue Mottengeneration entsteht. Sind keine Motteneier mehr vorhanden, verschwinden auch die Schlupfwespen. Für Menschen, Haustiere und Lebensmittel sind sie komplett unbedenklich. 

Zu kaufen gibt es die Wespen als Kärtchen, die man in der Nähe der befallenen Stellen platziert. Eine Karte deckt etwa eine Fläche von 1 m2 ab. 

 

Vorbeugen und Nachkontrolle

Da sich bei einem Befall meist Lebensmittelmotten in allen Stadien in der Küche befinden, sollten die Maßnahmen über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden. Auch bei Schlupfwespeneinsatz ist eine intensive Reinigung und Entsorgung nötig. Haben die Schlupfwespen ihre Aufgabe erledigt, sollte auch noch einmal gründlich gesaugt und gewischt werden. Kontrolliert werden kann parallel mit Pheromonfallen und auch umgefüllte Lebensmittel sollten alle zwei Wochen noch einmal auf Befall gecheckt werden. 

Zur Vorbeugung reichen recht einfache Maßnahmen: Neu gekaufte Lebensmittel sollten immer auf Mottenbefall kontrolliert werden. Da die meisten Verpackungen nicht davor schützen, das Motten rein oder raus können, sollten Lebensmittel am besten immer direkt umgefüllt werden. Da Plastikbehälter selten dicht sind, empfehlen sich hier - auch im Sinne der Nachhaltigkeit - Glas-, Metall- oder Keramikbehälter. Weck- oder Drahtbügelgläser bieten sich hier besonders an, denn sie schließen luftdicht ab, sehen hübsch aus und sind gut zu reinigen. Außerdem beeinträchtigen sie das Füllgut nicht. 

Die meisten Motten mögen es feuchtwarm, weshalb auch eine kühle, trockene Lagerung empfehlenswert ist. Regelmäßige Reinigung der Küchenschränke und das Aussaugen von Ritzen und Fugen, hilft ebenfalls. 

 

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